Restrukturierungen insolvenzbedrohter Unternehmen außerhalb eines Insolvenzverfahrens sollen vereinfacht werden. Hierzu hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) im September 2020 den Entwurf eines Gesetzes zur Fortentwicklung des Sanierungs- und Insolvenzrechts (SanInsFoG) vorgelegt, welches zum 01.01.2021 in Kraft tritt.

Kernbestandteil des SanInsFoG ist die Einführung eines Gesetzes über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG). Dieses Gesetz wird für insolvenzbedrohte Unternehmen völlig neue Möglichkeiten schaffen, ihre Verbindlichkeiten auch gegen den Willen einzelner Gläubiger neu zu strukturieren. Gleichzeitig wird das StaRUG aber auch neue Handlungspflichten und Haftungsrisiken für die Gesellschaftsorgane mit sich bringen. Denn die Geschäftsführung muss zukünftig bereits bei drohender Zahlungsunfähigkeit primär die Interessen der Gläubigergesamtheit wahren. Andernfalls haftet sie für Schäden.

Dieses Webinar gibt einen Überblick über die Funktionsweise des Stabilisierung- und Restrukturierungsrahmens. Ferner erfahren die Teilnehmer, wie ein Restrukturierungsplan aussieht, welche neuen Haftungsrisiken auf Geschäftsführer zukommen und worauf diese dabei achten müssen. Der Referent zeigt zudem u.a. auch Handlungsoptionen für Gläubiger und anfechtungsrechtliche Aspekte auf.

Themenschwerpunkte

  • Ziel und Gegenstand des Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens
  • Voraussetzungen für Restrukturierung nach StaRUG
  • Haftungsrisiken für Gesellschaftsorgane und Handlungsempfehlungen
  • Instrumente des Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmens
  • Der Restrukturierungsplan
  • Restrukturierungsbeauftragter
  • Handlungsoptionen betroffener Gläubiger
  • Anfechtungsrechtliche Auswirkungen

Zielsetzung/Nutzen

In diesem Webinar lernen Sie neben den neu zu beachtenden Rechtsgrundlagen die verschiedenen Fallkonstellationen kennen, mit denen eine Genossenschaftsbank im Tagesgeschäft konfrontiert wird.

Zielgruppe

Leiter und Mitarbeiter der Intensiv-, Sanierungs- und Abwicklungsabteilung, Marktfolge Aktiv sowie Interessierte aus anderen Bereichen.

Hinweise

Als Referent fungiert Jochen Rechtmann. Er ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. Seine Kernkompetenzen beinhalten das Recht der Unternehmensfinanzierung, Sanierungspoolverträge, Treuhandmodelle sowie das Insolvenzrecht, insbesondere das Insolvenzanfechtungsrecht. Von 1995 bis 2003 war Jochen Rechtmann als Justiziar im Zentralen Stab Recht der Commerzbank AG in Berlin und Frankfurt a.M. tätig. 2003 wechselte er zur Buchalik Brömmekamp Rechtsanwaltsgesellschaft mbH. Seit 2007 leitet er die Frankfurter Niederlassung von Buchalik Brömmekamp. Er verfügt über zwanzigjährige Erfahrung mit der Restrukturierung problematischer Firmenkundenkredite sowohl auf Kreditnehmerseite, als auch als Berater von Kreditinstituten und Sanierungspools, und ist in diesem Bereich auch als Autor und Referent hervorgetreten.