Zeitmanagement 4.0
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Die aktuelle Forschung identifiziert immer mehr Einsatzmöglichkeiten für KI, von der Wissenschaft selbst, zur Produktion in verschiedensten technischen Bereichen, über die Medizin und Pflege bis zu den intelligenten Assistenzsystemen. Dabei stellt sie eine „Fähigkeit“ von Alexa und Co. vor komplexeste Herausforderungen: die Kommunikation, zumal auf selbstlernender Basis. Kein Wunder, denn deren Facetten sind bereits für uns Homo Sapiens ein tägliches Lern-, Anpassungs- und Konfliktfeld und keineswegs trivial.

Schon in jungen Jahren begleitet uns eine sehr einfache, aber nichts desto trotz enorm tiefgründige Frage: Wie lautet das Zauberwort? Indem Kinder damit auf den Gebrauch von Bitte und Danke hingewiesen werden, starten sie in das weite Feld der sozialen Kommunikation und lernen etwas später, warum Sprache seit Urzeiten beinahe „magische“ Eigenschaften zugesprochen werden. Tatsächlich vermag Sprache – auch Körpersprache – ausgesprochen viel. Sie kann trösten, heilen, verletzen, erniedrigen, Frieden schließen, Hass hervorrufen…die Liste ließe sich noch lange weiterführen.

Gemäß dieses enormen Stellenwertes und des damit verbundenen Potenziales ist es nur logisch, dass auch in den zunehmend technisierten und digitalisierten Zeiten von KI, Virtual bzw. Augmented Reality, Social Media, Apps, Skype, etc. die von ihrem Ursprung her ganz analoge Kompetenz der Kommunikationsfähigkeit in der Führungsarbeit den höchsten Stellenwert einnimmt.

Laut der Meta-Studie 2019 „Führungskompetenzen im digitalen Zeitalter“ des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter mit insgesamt 61 ausgewerteten Studien und 100 000 teilnehmenden Personen hat sich ein klares Bild ergeben: Kommunikationsfähigkeit ist die unangefochtene „Top-1-Kompetenz“ von Führungskräften.

 

Eine auf den ersten Blick eindeutige Feststellung. Schaut man jedoch noch etwas genauer hin, zeigen sich nicht nur interessante Differenzierungsmöglichkeiten, sondern auch eine hohe Zahl von Ansatzpunkten für ganz spezifische Kommunikationsaufgaben, die heutiges und zukünftiges Leadership bestimmen.

In der oben genannten Meta-Studie weisen die Verfasser auf zwei zentrale Gesichtspunkte hin. Zum einen ordnen Sie die Kommunikationsfähigkeit den von ihnen definierten „analogitalen Kompetenzen“ zu. Dieser zunächst etwas sperrige Begriff meint den Umstand, dass Kommunikation natürlich bereits im vor-digitalen Zeitalter relevant für Führungsaufgaben war, jedoch hat sie sich aufgrund der Digitalisierung in Art, Umfeld und Inhalt sehr verändert. Zum anderen liegt der überwiegende Schwerpunkt auf der dialogisch geprägten Kommunikation, die die Mitarbeiter einbezieht und auf Augenhöhe arbeitet. Die monologische Kommunikation (die Führungskraft als „Vortragender“) oder auch die Top-Down-Kommunikation in ihrer streng hierarchischen Ausprägung – durch die übergeordnete Position der Führungskraft legitimiert – verliert dagegen stark an Bedeutung. Daraus lassen sich ganz konkret die Fokus-Soft-Skills Kommunikation als solche ableiten und zugleich die Führungsvorgänge und -anforderungen, in die sie eingebettet sind. Fokus-Soft-Skills sind demnach alle Formen des Feedbacks, der Moderation, der Mediation, das Coachens, aber auch des bewussten und aktiven Zuhörens, des Fragens, der Reflexion, des Einbeziehens der Mitarbeiter und der Transparenz. Dabei spielt Wertschätzung eine ebenso große Rolle, wie die Fähigkeit, bei Bedarf verbindliche Absprachen zu treffen, sowie Grenzen zu setzen. Im Hinblick auf letzteres sind auch Kompetenzen im Konfliktmanagement essentiell. Bezüglich der Anforderungen und Umstände, in denen sich die Fokus-Soft-Skills bewegen wären insbesondere die neuen Formen der digitalen Führung (Skype, Homeoffice, räumlich verteilte Teams,…), des agilen Arbeitens, der stetigen Veränderungsprozesse, des Generationenmanagements und des sich rasant weiterentwickelnden Grundverständnisses in den Bereichen IT, Social Media, E-Commerce und Big Data zu nennen.

Kein Wunder also, dass den Entwicklern von KI beim Thema Kommunikation die Köpfe rauchen und Führungskräfte ein großes Lern- und Erfahrungsfeld vor sich sehen. Jedoch: Investition in dieses Wissensspektrum lohnt sich, denn es bedeutet letztendlich zufriedene Mitarbeiter, ein hohe Bindung von Fachkräften, entsprechend positives Employer Branding und somit wirtschaftlichen Erfolg. Schöpfen Sie mit unseren Seminaren aus dem ganzen Potenzial moderner Kommunikation und entdecken Sie die „Zauberwörter“ nochmals ganz neu für sich.


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