Trennungsmanagement und Outplacement - die Zukunft beginnt heute
bwgv-akademie

Professionalität, Objektivität und konstruktive Kommunikation sind Begriffe und Handlungsweisen, die im Geschäftsleben fest verwurzelt sind. Allerdings gibt es Bereiche, in denen sie an ihre Grenzen stoßen. Einer davon ist das Trennungsmanagement, bei dem die Scheu vor Offenheit mit den verschiedensten Gefühlsebenen eine herausfordernde Verbindung eingeht. Zu häufig gilt: T = Trennungsmanagement = T wie Tabu. Dabei wird übersehen, dass in jeder Trennung auch Chancen liegen – wenn sie ergriffen werden.
 

Es gibt wohl kaum ein sensibleres Thema innerhalb einer Organisation oder eines Unternehmens als die Trennung von Mitarbeitern. Liegen Verfehlungen seitens des Arbeitsnehmers vor, die eine Kündigung rechtfertigen, ist der Vorgang unangenehm, kann aber von Seiten der Kollegen akzeptiert werden. Ganz anders sieht es aus, wenn Szenarien wie Arbeitsplatzabbau aus wirtschaftlichen Gründen oder das vom Arbeitgeber forcierte Ausscheiden von (langjährigen) Führungskräften ablaufen. Hier liegen schnell die Emotionen blank:
 

  • Bei den Betroffenen aufgrund von plötzlich sehr konkret gewordenen Existenzängsten und dem Unverständnis dafür, dass ausgerechnet sie gehen sollen.
     
  • In den Personalabteilungen und im Betriebsrat durch die direkte Konfrontation mit den zu kündigenden Personen und dem Ringen um für alle tragbare Lösungen.
     
  • Innerhalb des Kollegenkreises weil der Flur-Funk sofort aktiv wird und eine Mischung aus Fassungslosigkeit, Mitleiden und geheimen persönlichen Ängsten erzeugt, die automatisch fragen: „Bin ich der Nächste?“ Hinzu kommen – bei scheidenden Führungskräften – der Wegfall von oft langjährig aufgebauten Beziehungen sowie der Entzug von einschätzbaren, gewohnten Größen und damit eines erheblichen Teils der emotionalen Sicherheit.
     

Versäumt ein Unternehmen in einer solchen Situation ein professionelles Trennungsmanagement zu betreiben, sind hohe Kosten für die Lohnfortzahlung innerhalb der Kündigungsfrist des oft zügig freigestellten Mitarbeiters sowie für Gerichtsprozesse und die daraus resultierenden Vergleiche mit Abfindungszahlungen die Folge. In Zeiten des Fachkräftemangels und des „War for Talents“ kann darüber hinaus der aus schlechter Mund- und Social-Media-Propaganda entstehende Imageschaden für die Firma ungleich schwerwiegender und kaum noch zu beheben sein. Es sprechen also viele, in Zahlen messbare Gründe dafür, sich intensiv mit den Aspekten eines guten Trennungsmanagements auseinanderzusetzen.

Drücken wir jedoch an dieser Stelle die Reset-Taste und stellen uns die logische und zentrale Frage: Warum eigentlich warten, bis der Ernstfall eintritt? Warum nicht präventiv tätig werden und sowohl Trennungsmanagement als auch unterstützende Outplacement-Prozesse grundsätzlich fest im Unternehmen verankern? Zugegeben, dies ist mit einem finanziellen Initialaufwand und einem Strategie- bzw. Kulturwandel verbunden, der vom Top-Management klar vertreten und von Führungskräften und dem Personalmanagement umgesetzt werden muss; nichts desto trotz, unterm Strich lohnt sich ein gesamtes Trennungspaket, denn, wie die Kienbaum-Studie „Trennungsmanagement 4.0“ festgestellt hat:

  • Betroffene Mitarbeiter werden frühzeitig begleitet, verarbeiten den Einschnitt besser, fühlen sich nach wie vor wertgeschätzt und bekommen durch die Outplacement-Beratung neue Perspektiven aufgezeigt. Damit empfinden sie die Trennung im Sinne der Umsetzung durch das Unternehmen als fairer und nehmen diesen Eindruck in ihr weiteres Berufsleben mit.
     
  • Fest im Unternehmen verankerte Trennungspakete sind ein immens wichtiger Punkt für das Employer Branding und beeinflussen die interne wie externe Kommunikation positiv.
     
  • Der betroffene Mitarbeiter findet durch eine konsequente Beratung möglicherweise schneller einen passenden neuen Arbeitsplatz, was die Unterzeichnung eines Aufhebungsvertrages beschleunigen kann. Auch Gerichtsverfahren können auf diese Weise vermieden werden.
     
  • Der im Unternehmen verbleibende Kollegenkreis baut Vorbehalte und aufkeimende Ängste ab, arbeitet also weiterhin engagiert und motiviert.
     

Das Fazit: Trennungsmanagement und Outplacement sind Prozesse, die erwiesenermaßen Vorteile für jede Organisation beinhalten.
 

Mit dem Angebot der BWGV-Akademie zu diesem Themenfeld nutzen Sie diese Vorteile nicht nur für sich, Sie erwartet noch ein weiterer Mehrwert: Durch das Baukastensystem der Qualifizierungsreihe können Sie die einzelnen Formate so kombinieren, wie sie dem Stand Ihres Unternehmens entsprechen, individuell und flexibel.

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