Digitale Auszeit – Mediensucht – Handysucht
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Bernd Colsmann, Trainer

Die Nutzung von Smartphones, Computer und Internet ist für die breite Bevölkerung im Privatleben und in der Arbeitswelt heute selbstverständlich, hilfreich und weitgehend unproblematisch.

Internetnutzer können über soziale Medien kommunizieren, interagieren und sich miteinander vernetzen.
Smartphones gehören zum Alltag vieler Menschen. Der Durchschnittsnutzer ist nach einer Untersuchung der Universität Bonn 2,5 Stunden am Tag mit seinem Handy beschäftigt. Alle 18 Minuten wird seine Tätigkeit durch das Smartphone unterbrochen. 55 Minuten täglich nutzt er das Smartphone für Social Media (Whats App + Co), ca. 30 Minuten für Spiele, 7 Minuten zum Telefonieren und weniger als 10 Minuten für Alltagshelfer wie Ticketkauf, Onlinebanking oder Navigation. Ca. 53 Mal am Tag entsperren wir unser Handy, um zu interagieren, 35 Mal um auf die Uhr zu sehen bzw. nachzusehen, ob eine Nachricht eingegangen ist. *


Alles noch normal?

Die meisten Menschen können mit Smarphone, Computer und Internet selbstbestimmt umgehen. Ein kleiner Teil der Nutzer entwickelt allerdings psychische Auffälligkeiten, wobei Jugendliche und junge Erwachsene besonders gefährdet sind.

Seit ca. 10 Jahren wird nach Angabend des Bundesministeriums eine exzessive Computer- und vor allem Internetnutzung beobachtet, die mit einer Abhängigkeitsstörung verglichen wird und zu den „Verhaltenssüchten“ zählt.


Alltagstipps:

Um die eigene Mediennutzung zu hinterfragen, zu strukturieren oder auch zu reduzieren kann es hilfreich sein, sich digitale Freizonen zu schaffen. *

  • Räumlich digitale Freizonen schaffen (z.B. im Schlafzimmer)
  • Zeitlich digitale Freizonen schaffen (z.B. nach 19 Uhr)
  • Smartphone in die Handtasche, statt in die Jackentasche
  • Email-Postfächer schließen und Smartphone ausschalten, wenn komplexe Aufgaben bearbeitet werden sollen
  • Zur Sichtung von Nachrichten im E-Mail-Eingang oder auf den News-Seiten bestimmte Zeiten einhalten, um die Zahl der Unterbrechungen zu reduzieren
  • Deaktivieren der Signale für eingehende Nachrichten
  • Nutzung analoger Armbanduhr / Wecker statt Smartphone, um nicht online „hängenzubleiben“
  • Kostenlose „Menthal-App“ auf dem Smartphone installieren. Sie gibt Aufschlüsse über das eigene Smartphone Verhalten (tägliche Nutzungsdauer, meist genutzte Apps, Telefonierverhalten)

*aus Merkowetz (2015), Digitaler Burnout