Lerngruppe
ThinkstockPhotos

Lernen wird zum individuellen Prozess

Jeder kennt es aus seinem Alltag: Internet, Tablet und Smartphone liefern dem User praktisch jede Information, die er braucht – sofort und wann immer er will. Das eigene Wissen zu vermehren, hat sich längst von Ort und Zeit entkoppelt. Lernen wird zum individuellen Prozess.

Trainer, Dozenten und Lehrer stellt das vor völlig neue Aufgaben. In Seminaren, Workshops oder Unterrichtsreihen treffen sie auf immer besser vorinformierte und damit kritischere Teilnehmer. Sie müssen in vielen Fällen nicht mehr bei „Null“ anfangen, sondern begegnen ihren Zuhörern eher auf Augenhöhe.

Mentoren statt Trainer

Was bedeutet das für die Rolle des Trainers oder Dozenten? Wird er irgendwann überflüssig? Im Gegenteil. War er früher vor allem traditioneller Vermittler von Wissen, so liegt für ihn die große Chance heute darin, seinen Teilnehmern als Coach und vielleicht Mentor zur Seite zu stehen – Informationen zu gewichten, einzuordnen, zu strukturieren. Impulse zu geben, um Fähigkeiten zu entdecken und auszubauen. Ein Mehrwert, den das Internet mit seinem „Information Overkill“ nicht leisten kann.

Mehr noch: Das Internet und seine Kanäle bieten ganz neuartige Formen der Nachbereitung. E-Learning, das bedeutet heutzutage ein breites Spektrum an Angeboten, mit dem sich die Inhalte von Workshops und Seminaren nach ihrem Abschluss online „verlängern“ lassen. Beispiel: In Webinars können Lernende den Stoff auffrischen und vertiefen. Sie können sich auf bestimmte Interessensgebiete spezialisieren und – ganz „social-like“ – ihr Wissen untereinander austauschen. Es entstehen lebendige Netzwerke von Gleichgesinnten. PC und Smartphone werden zu ihren Informations-Drehkreuzen.

Lernen wird smart

Lernen wird dadurch immer mehr zu einem Prozess, in dem sich der Einzelne sein Know-how nach eigenen Kriterien zusammenstellen kann. Und Lernen verlagert seinen Schwerpunkt: Wurde es früher eher von oben verordnet, so liegt es heute zunehmend in der Eigenverantwortung des einzelnen Mitarbeiters.

Für Trainer und Dozenten eröffnen sich damit neue Horizonte. Neben den rein fachlichen Inhalten, die sie anbieten, haben sie die Möglichkeit – die Pflicht? – eine neue Kultur des Lernens bei Arbeitnehmern und ihren Chefs zu etablieren. Eine Kultur, in der Weiterbildung keine lästige Pflicht mehr ist – sondern eine Bereicherung, die der eigenen Karriere dient. Aber vor allem: die Spaß macht. Digitalisierung? Keine Frage: Das Lernen wird smart.